Neuseeland Roadtrip Nordinsel

KIA ORA, die Zweite!

Wir sind gespannt, ob die Nordinsel Neuseelands mit ihrer südlichen Schwester mithalten kann. Tatsächlich zeigt sich die Nordinsel mit einem ganz anderen Landschaftsbild: statt steile und scharfkantige Felsen mit schneeweißen Gletscherzungen und kilometerweiten Sandstränden fahren wir nun durch satte grüne Hügellandschaften bei denen man nur darauf wartet, dass Frodo und seine Hobbitfreunde um die Ecke kommen. Und je weiter nördlich wir im Inland fahren, desto näher kommen wir einer schroffen aber auch faszinierenden Vulkanlandschaft, die uns in ihren Bann zieht.

Los geht unsere 8-tägige Erkundungstour der Nordinsel.

1. von Wellington nach Whakapapa

Nach ca. 3 Stunden Überfahrt mit der Fähre kommen wir in Wellington an. Solltet ihr etwas mehr Zeit haben als wir lohnt es sich, diese Stadt näher zu erkunden. Unser Ziel war jedoch Whakapapa im Tongariro National Park.
Auf dem Weg genießen wir die Wahnsinns Aussicht auf den Nationalpark und auf „Mount Doom“, dem Schicksalsberg aus Herr der Ringe und wir machen Halt für eine kleine Wanderung zu den Tawhai Falls. Dort picknicken wir auf den Steinen im Fluss mit Blick auf den kleinen Wasserfall.

Der Campingplatz Whakapapa Village eignet sich sehr gut für Erkundungen im Nationalpark, demzufolge ist der Campingplatz aber auch sehr beliebt. Wir ergattern gerade noch so einen der letzten Campingspots. Solltet ihr in der Hauptsaison unterwegs sein empfiehlt es sich also, einen Platz im Voraus zu buchen.

Von Whakapapa aus starten verschieden lange Wanderungen. Wir entscheiden uns für eine kürzere (da wir wissen, was uns am Folgetag noch bevor steht…),  2-stündigen Wanderung zu den Taranaki Falls. Wir sind begeistert von der Mischung aus schroffer Vulkanlandschaft und Regenwald und erhaschen weitere tolle Blicke auf den Schicksalsberg. Den Wasserfall selbst könnt ihr nicht nur von vorne, sondern wenn ihr dem Weg weiter folgt, auch „von oben“ bestaunen. Und ganz Mutige können sich unter dem Wasserfall erfrischen – ich geb’s zu, wir gehören nicht dazu…

 

2. Tongariro Alpine Crossing

Das Abenteuer geht um 4:30 Uhr morgens los – wir möchten die wohl schönste Tagestour Neuseelands wandern – die Tongariro Alpine Crossing. Der Wanderweg ist Bestandteil eines der neun Great Walks in Neuseeland, des Tongariro Northern Circuits, und kann an einem Tag gelaufen werden. Da der Wanderweg einen anderen Start- als Endpunkt hat, bietet es sich an, auf einen der vielen Shuttleservices zurück zu greifen. Um bei unserer Wanderung nicht unter Zeitdruck zu geraten, wählten wir bewusst einen Anbieter aus, bei dem wir früh morgens das Auto am Endpunkt der Wanderung abstellten und vom Shuttleservie zum Startpunkt gebracht wurden. So mussten wir abends keine Abfahrtzeiten beachten und waren flexibler und entspannter (wir sahen am Abend auf den letzten Kilometern tatsächlich Wanderer rennen, um den letzten Shuttle zu erreichen).

Die Tongariro Alpine Crossing ist ein wahres Naturerlebnis, anstrengend aber wunderschön! Von ca. 1100m Höhe geht es über einen steilen Anstieg und endlosen Stufen hoch auf einen 1600m hohen Sattel. Der Anstieg macht seinem Namen „Devil’s Staircase“ alle Ehre. Von dort kann man dem Wanderweg weiter folgen, oder sich den Schicksalsberg ganz „Frodo-like“ etwas besser aus der Nähe anschauen. Ganz ehrlich, der Weg hoch zu den Gipfeln des 2291 m hohen Ngauruhoe (so heißt der Schicksalsberg wirklich) ist einfach nur mega anstrengend und kräftezehrend. Es gibt keine Markierungen und man müht sich ca. 2 Stunden über losen Schotter, Asche und Lavafeldern ab, um endlich hoch zum Krater zu gelangen. Aber was soll ich sagen? JAAAAA, es lohnt sich! Und JAAAAA, wir waren am Krater des Schicksalsbergs, haben die Aussicht genossen und uns wie Helden gefühlt!

Nach dem 3-stündigen Abstecher (man braucht noch mal ca. 1 Stunde hinunter) sind alle weiteren Auf- und Abstiege entlang des eigentlichen Wanderwegs ein Spaziergang. Den zweiten, deutlich einfacheren und markierten 2-stündigen Abstecher zum 1967 m hohen Tongariro sparten wir uns dann aber doch. 🙂
Es geht weiter entlang der Tongariro Crossing zum Red Crater und den Schwefelseen Emerald Lakes, die mit ihren Farben einen unwirklich wirkenden und wunderschönen Kontrast zur restlichen schroffen und kargen Umgebung bilden.

Das letzte Stück der Wanderung geht dann bergab, allerdings für 4 Stunden! Diese letzten Kilometer raubten uns echt die Kräfte, nicht zuletzt, weil wir deutlich zu wenig Proviant und vor allem Wasser eingepackt hatten. Daher unser Tipp, wenn ihr auch diese absolut empfehlenswerte Wanderung antreten wollt: nehmt mindestens 2-3 Liter Wasser pro Person mit und vergesst auf keinen Fall Pflaster, Nagelschere und Wechselsocken. Blasen auf einer mehr als 10-stündigen Wanderung machen absolut keinen Spass! 😉

3. von Whakapapa nach Roturua

Als wäre es nicht schon genug mit Vulkanen geht es weiter Richtung Roturua. Auf dem Weg gibt es einige Stopps, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

  • Lake Taupo: der größte See des Landes, entstanden als Kratersee eines vor rund 26.500 Jahren kollabierten Vulkans
  • Huka Falls: der Wasserfall beeindruckt nicht durch seine Höhe (die mit 11m doch recht überschaubar ist), sondern mit den enormen Wassermassen, die mit viel Lärm durch den Canyon gepresst werden
  • Hot’n Cold Pools bei Waiotapu: ein noch von wenigen Touristen entdeckter natürlicher „Pool“ unterhalb einer kleinen Straßenbrücke mit einem heißen und einem kalten Zufluss. Je nach Geschmack und persönlichem Wohlbefinden kann man sich entsprechend in dem Pool platzieren (wir entspannten dort über eine Stunde, da das heiße Wasser den schmerzenden Muskeln vom Vortrag mehr als gut taten). Freundet euch aber mit dem Gedanken an, danach etwas schwefelig zu riechen.

In Roturua gönnen wir uns unser „Weihnachtsdinner“ (es ist inzwischen der 24.12.) bei den Maoris. Bei diesem doch schon sehr touristischen Event erfährt man mehr über die Kultur, die Sprache, die Tänze und Gesänge und den Alltag der Maoris und man kommt in den Genuss traditionell zubereiteter Speißen: Fleisch, Kartoffeln und Gemüse gekocht in einem Erdloch – super lecker!

Außerdem beeindruckt das Wai-O-Tapu Wonderland, eines der größten zusammenhängenden Geothermalgebieten Neuseelands. Es bietet interessante Blicke auf das Vulkangebiet und beherbergt kollabierte Krater, Schlammvulkane und den rießigen Champagner Pool. Man darf allerdings nicht geruchsempfindlich sein, denn der „Duft“ von rotted eggs begleitet einen durch die komplette Gegend.
Die wohl bekannteste Attraktion, der Geysir Lady Knox ist dagegen enttäuschend. Der Ausbruch wird mit einer chemischen Lauge beeinflusst, während sich Unmengen Touristen auf Zuschauerrängen positionieren, um das beste Photo zu schießen.

4. von Roturua nach Auckland

Wir verbringen die restlichen Weihnachtsfeiertage an der Bay of Plenty – herrlich! Wir campen bei Papamoa Beach, chillen am Strand und wollen mit Delfinen schwimmen! Die Seafari wurde jedoch von einem härteren Seegang als erwartet überrascht, weshalb schnell die Hälfte der Teilnehmer über der Reling hing. Nach einiger Suche stießen wir tatsächlich auf eine ca. 30-köpfige Delfinschule, die neugierig auf den Wellen des Bootes surften, spielten und mit ihren Fossen die Füße der Passagiere berührten. Es waren auch kleine Baby-Delfine dabei, die richtig süß versuchten, die Sprünge der großen Delfine zu imitieren. Um die Kleinen zu schützen durften wir jedoch leider nicht zu den Delfinen ins Wasser.

Auf der Weiterfahrt Richtung Auckland machen wir noch einmal Halt im Karangahake Gorge. Dort kann man tolle Wanderungen zu alten Goldgräberstätten unternehmen. Vergesst die Taschenlampen nicht, denn man kommt sogar in die alten Tunnelsysteme!

Für die Stadt Auckand selbst hatten wir gerade einmal 2 Stunden, da wir unseren Fokus auf die Natur Neuseelands legten. Aus diesem Grund können wir euch für die Stadt selbst keine Tipps geben, außer den einen: parkt nicht in der Princess Wharft am Hilton. Wir hielten dies für eine gute Idee, da der Parkplatz sehr zentral am Hafen ist. Natürlich rechneten wir mit einer etwas höheren Parkgebühr, allerdings nicht mit 20$ für 2 Stunden…

Ob uns abschließend Süd- oder Nordinsel besser gefallen hat können wir gar nicht beantworten. Beide Inseln haben ihren Reiz und wir wurden überall mit offenen Armen und einer unfassbaren Freundlichkeit begrüßt! Neuseeland ist für uns mehr als nur ein Urlaubsziel! Wir verspürten schon bei der Ankunft ein Gefühl von „Endlich Angekommen“ und wir werden sicherlich bald, mit mehr Zeit wieder zurück kommen, da es noch so einiges zu sehen und entdecken gibt.

Natürlich wollen wir euch nicht unsere Bucket List für die Nordinsel vorenthalten:

  • Coromandel (3-4 Tage)
  • Hot Water Beach
  • Bay of Islands, inkl. Auckland Inseln (4-5 Tage)

 

Hier findet ihr Tipps zur Reisevorbereitungen für eure Neuseelandreise.

Hier gibt es den Bericht für die spektakuläre Südinsel.

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