Patagonien Roadtrip – Vorbereitung

Traveling- it leaves you speechless, then turns you into a storyteller

 

21 Tage – ca. 4500 gefahrene km – ein Abenteuer am unerschlossenen Ende der Welt ♥

Patagonien das ist die Region, die sich über einen Großteil der Südspitze Südamerikas erstreckt und von den Anden durchzogen wird. Unberührte Natur, größtenteils trockene Steppen und Pampa auf argentinischer Seite sowie Gletscherfjorde und Regenwälder auf der chilenischen Seite – das macht unseren Patagonien Roadtrip aus. Ein Reiseziel, welches schon lange auf unserer Liste stand und endlich, endlich war es soweit!

Eins ist sicher: Patagonien ist noch nicht so intensiv vom Tourismus erschlossen wie andere Reiseziele, daher muss man sich an der ein oder anderen Stelle etwas besser vorbereiten. Hier lassen wir euch gerne an unseren Vorbereitungen und auch Erfahrungen während der Reise teilhaben, sodass ihr nicht (wie wir) in das ein oder andere Fettnäpfchen tretet 😉 Aber keine Angst: Insbesondere die Nationalparks sind auf Touristen vorbereitet und Abenteuer muss doch auch sein 🙂

Patagonien Flagge

Vorbereitung

Flüge:

Flüge ans Ende der Welt, in dem Fall Ushuaia in Feuerland, sind teuer, sehr teuer! Und dazu noch unfassbar lang. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig die Augen offen zu halten, um bezahlbare Flüge nach Patagonien mit vertretbaren Flug- und Umsteigezeiten zu finden. Suchmaschinen unserer Wahl sind dabei skyscanner.com oder kayak.de. In unserem Fall fanden wir einen Flug von Lufthansa in Kooperation mit Latam über Buenos Aires nach Ushuaia, dem Startpunkt unseres Abenteuers. Die Flugdauer inkl. Umsteigezeiten belief sich auf knapp 35h, was tatsächlich im Rahmen ist und auch der Preis von knapp 1.200€ ist in Ordnung. Für den Flughafenwechsel in Buenos Aires vertrauten wir auf einen Shuttle von Black Lane und wurden wie die anderen Male davor nicht enttäuscht. Bequem und super einfach.

Grundsätzlich solltet ihr bei den Flügen darauf achten, ob ihr über Chile oder über Argentinien einreisen möchtet. Bei Reisen unter 90 Tagen braucht ihr in beiden Fällen kein Visum, ihr solltet euch aber über die Zollbestimmungen informieren. Es gibt hier teils strikte Regeln, was bspw. Lebensmittel o.ä. angeht. Wir brachten bspw. Müslis mit, da diese in anderen Ländern erfahrungsgemäß überteuert oder überzuckert sind.

Und tatsächlich wurden einige Reisegäste nach der Gepäckausgabe kontrolliert und gebeten, das Gepäck zu öffnen. Wir warteten hingegen einen guten Zeitraum ab, an dem die Beamten mit anderen Reisenden beschäftigt waren und marschierten selbstbewusst an der Kontrolle vorbei. Schwer zu sagen, ob die Müslis durchgegangen wären…

 

Camping:

Für uns war klar: Wir wollen Patagonien auf eigene Faust erkunden und selbst entscheiden, wo wir wie lange bleiben oder wo wir schlafen und dies möglichst flexibel. Damit war die Wahl der Fortbewegung schnell auf einen Camper gefallen. Da die Straßen in Patagonien definitiv nicht die Besten sind, kam hier auch nur ein 4×4 in Frage. Ganz schön teure Angelegenheit, die sich für uns aber auf alle Fälle gelohnt hat!

Klare Empfehlung für die Vermietung von top gepflegten und gewarteten Fahrzeugen ist Holidayrent. Es gibt nicht viele Anbieter, die unbegrenzte Grenzübergänge zwischen Argentinien und Chile zulassen. Ehrlich gesagt haben wir nur zwei gefunden und Holidayrent war das Beste was uns passieren konnte. Die Kommunikation, Abstimmung und Beratung im Vorfeld und auch während der Reise waren einmalig! Und vor allem sprechen die Mitarbeiter Spanisch, Englisch und Deutsch fließend. Danke nochmal an Sandra, Timo und alle anderen für die tolle Betreuung, auch unterwegs vor allem per WhatsApp und für die hilfreichen Tipps 🙂

Solltet ihr auch Richtung Camper tendieren, hier ein paar Tipps: Nehmt mindestens ein Ersatzrad (wir hatten schon am dritten Tag einen Platten…) mit. Außerdem schadet neben dem hydraulischen Wagenheber, der dabei sein sollte, ein manueller Wagenheber nicht. Im Zweifel braucht man etwas mehr Kraft zum Wagenheben, aber es funktioniert wenigstens. Je nach Jahreszeit empfiehlt es sich auch, zusätzliche Decken und Schlafsäcke anzufragen. Obwohl wir abends durch Kochen und Heizung für entsprechende Wärme im Camper gesorgt hatten, kühlte dieser über Nacht ganz schön aus.

Den Wassertank eures Campers könnt ihr unterwegs sehr einfach und kostenfrei auffüllen, bspw. an Tankstellen oder Campsites. Haltet also die Augen offen. Unser Camper hatte eine Toilette und Dusche an Bord, aber bei uns galt eine eiserne Regel: Wer die Toilette benutzt, macht sie auch sauber… Letztendlich nutzten wir unser Badezimmer damit nur noch für Zähne putzen und Gesichtwaschen 🙂 Aber auch das ist kein größeres Problem, da man unterwegs Toiletten und teils auch sehr akzeptable Duschen an Rastplätzen, Tankstellen, Campingplätzen oder auch im Supermarkt findet. Ansonsten ist auch an Spaten mit an Bord 😉

Hilfreich bei der Suche nach Tankstelle, Campsites und Co ist die App iOverlander. Top Empfehlung!

Routenplanung:

Planung ist wichtig, gerade wenn man eine solch lange Strecke vorhat, wie wir. Aber macht euch eins klar: Es wird definitiv zu Abweichungen kommen, die sind in Patagonien einfach nicht zu verhindern. Sei es, weil die Straßenverhältnisse so schlecht sind, dass man gerade mal 150km am Tag schafft. Oder dass der Nationalpark euch so in seinen Bann zieht, dass ihr noch länger bleiben wollt. Aber auch das Wetter kann euch einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen. Plant also unbedingt Puffertage mit ein und seid flexibel. Es verging bei uns kaum ein Tag, an dem wir nicht unseren Plan hin und her schoben und Alternativen abwägten. Ein erster Plan ist wichtig, um am Ende dann doch anzukommen, aber lasst euch auch immer mal wieder treiben.

Unsere Route könnt ihr wie immer auf unserer Weltkarte nachverfolgen.

Was ihr berücksichtigen solltet, sind Grenzübergänge zwischen Argentinien und Chile. Wie schon beschrieben gibt es bei beiden Ländern strikte Einfuhrbestimmungen und auch Prüfungen. Daher überlegt immer gut im Vorfeld, wann ihr die Grenze passieren werdet und plant entsprechend eure Einkäufe und Vorräte, v.a. wenn es um frische Lebensmittel, Milch oder Brot geht. Viele Reisende werden vor der Grenze hektisch und versuchen entweder alle Vorräte noch irgendwie aufzuessen oder sie schmeißen viel weg. Das muss nicht sein und mit ein bisschen Planung konnten wir das komplett verhindern.

Tipp: Versucht die „großen“ bekannten Grenzübergänge zu meiden, denn dort kann es gerne passieren, dass vor euch 3 Reisebusse kontrolliert werden. Da verstreichen schon mal die Stunden. Wir haben uns bewusst für kleine Übergänge entschieden (auch in den Artikeln erwähnt) und waren meist die einzigen vor Ort.

Berücksichtigt auch, ob ihr auf eurer Strecke Fähren verwenden müsst und recherchiert, ob ihr Tickets im Vorfeld kaufen solltet. Und versorgt euch immer mit Bargeld in beiden Währungen. Streckenweise sind ATMs Mangelware, Kartenzahlung nicht weit verbreitet und selbst wenn man dann doch mal einen ATM gefunden hat, heißt das noch lange nicht, dass der eure Kreditkarte auch akzeptiert (auch bei DKB und Co).

Los geht unser Abenteuer am Ende der Welt.Viel Spaß beim Lesen unserer Berichte über Feuerland und Süden sowie den Bericht über die Fahrt auf der Carretera Austral.

Schreibe einen Kommentar